Filmschnitt und Montage

Die Montage bedeutet mehr als Schnitt allein, vielmehr geht es hier um die bildlich-psychologische Umsetzung des Inhalts. Themen dieses Wochenend-Seminars sind eine kurze Geschichte des Films und der Montage, Bildgestaltung, Kräfte im Bild, Eyemovement, Montageformen, Rhythmus, Einsatz des Tons sowie stilbildende Elemente. Dabei folgende Themen behandelt:

  • Warum macht ein*e Editor*in (vormals "Cutter*in") dasselbe wie ein*e Autor*in?
  • Wie werden Emotionen und Erwartungen beim Zuschauer geweckt und gesteuert?
  • Wie montiert man Charaktere, Raum und Zeit so, daß wir lachen, weinen oder staunen?
  • Wie wird erzählerischer Antrieb – das Herz jeder Montagesequenz – erzeugt, variiert und gesteigert?
  • Wie kann man mit drei Einstellungen drei verschiedene Geschichten erzählen?
  • Wie geht man im Rohschnitt vor, um die Geschichte zu finden?
  • Wie werden Achsen und Visual Storytelling im Schnitt benutzt?
  • Warum können dialektische Montage und Continuity Editing, Nouvelle Vague und Hip-Hop-Montage heutezutage ohne weiteres nebeneinader bestehen?
  • Wie wurde in Berlin vor 10 Jahren die Montage nocheinmal neu erfunden?
  • Welche drei Formen des Tempos im Film gibt es und wann ist welches gefragt?
  • Welche Formen des Übergangs (Transition) gibt es und was bewirkt ein echter Match Cut?
  • Wie werden traditionelle Montageformen (Parallelmontage, Crosscutting, Flashback Flashforward usw.) heute neu angewendet und gebrochen?
  • Wie wird eine Story im Werbeclip erzählt und geschnitten?
  • Welche Variationsmöglichkeiten gibt es in der Montage von Dialog-, Tanz- und Actionszenen?  

Das Seminar gibt Antworten auf diese Fragen und macht die Teilnehmer*innen mit den Grundzügen und Feinheiten der filmischen Montage vertraut. Es findet anhand zahlreicher aktueller Filmbeispiele aus verschiedenen Genres, grafischen Darstellungen und mit Übungen in Gruppenarbeit statt. Die gewonnenen Erkentnisse und Erfahrungen sind nicht nur für Editoren*innen (Cutter*innen) und solche, die es werden wollen, von Nutzen, sondern für jeden, der in einem der kreativen Departments der audiovisuellen Medien arbeitet.