Filmfinanzierung in Deutschland

Filmfinanzierung erscheint vielen als Buch mit sieben Siegeln – trotzdem begegnen wir jeden Tag einer Vielzahl an verwirklichten audiovisuellen Formaten. Um die verschiedenen Wege aufzuzeigen,wie ein filmisches Werk realisiert werden kann, bietet das Seminar einen umfassenden Überblick – von der klassischen Filmfinanzierung bis hin zur eigenfinanzierten Low Budget Produktion.

An diesem Wochenende werden sowohl traditionelle als auch neue Finanzierungsbausteine vorgestellt und detailliert erläutert. Dabei werden nicht nur die offiziellen Bedingungen und Antragsvoraussetzungen angesprochen, sondern genauso auch die ungeschriebenen Gesetze und Gebräuche,die Einsteigern den Zugang oft so schwierig machen. Hauptsächlich geht es in diesem Seminar dabei um den Kinospielfilm, aber auch andere Formate wie Dokumentar- oder Kurzfilme kommen zur Sprache.

Ein Schwerpunkt liegt natürlich auf den klassischen Playern, die das Gros der deutschen Filmfinanzierung unter sich ausmachen: Das sind zum einen die Verwerter wie Filmverleiher und Fernsehsender mit ihrer Koproduktions- und Vorankaufspraxis und zum anderen die diversen Filmförderungen des Bundes und der Länder. Exemplarisch wird hier der Ablauf der Zusammenarbeit einer Filmförderung von der ersten Kontaktaufnahme über Antragstellung, Entscheidungsfindung, Vertragsschluß, Auszahlung bis zur Abrechnung dargestellt.

Zusätzlich finden auch ausgefallenere Optionen wie filmferne Stiftungen, Sponsoring, Werbefinanzierung, private Investoren und Mäzene, Selbsthilfe-Instrumente wie Top-Down-Kalkulation und Rückstellungen, und last not least „neue“ Finanzierungsformen wie crowd funding und crowd investing Erwähnung.

Abschließend wird die Erlössituationbetrachtet – und dabei die Wechselwirkung zwischen vorgelagerter Finanzierung und nachgelagertem Vertrieb. Dabei wird auch thematisiert, welche Möglichkeiten für den Produzenten bestehen, aus einem fertiggestellten Film Einnahmen (zum Lebensunterhalt oder für neue Projekte) zu generieren.

Auf diese Weise wird das Seminar die Teilnehmer in die Lage versetzen, eigene Projekte durchzudenken und anzugehen, auch wenn die Ausgangsvoraussetzungen schwierig sein mögen. In diesem Sinne verfolgt das Seminar vor allem den Zweck, aufzuzeigen, dass (und wie) es doch geht.
Florian Deyle studierte Politikwissenschaft sowie Produktion und Medienwirtschaft an der HFF München. Er ist seit über zehn Jahren als Produktionsleiter und Produzent tätig, zunächst für Imagemovies und Kurzfilme. Heute produziert er vorrangig Spielfilm- und Kinoproduktionen wie „Shoppen“ oder „Wir sind die Neuen“. Für „Waffenstillstand“ erhielt er 2009 den Nachwuchsproduzentenpreis des VGF beim Bayerischen Filmpreis.
www.crew-united.com

3. und 4. Dezember 2016

Dozent(en): Florian Deyle
Teilnehmerbeitrag: 240,00 € (Bei Zahlungseingang bis zum 18.11.2016 ermäßigt auf 190,00 €)
Es sind noch reichlich Plätze vorhanden (>5).