Kurzfilmproduktion
12./13. November 2011, film.coop München
Münchner Filmwerkstatt-Vorstand Martin Blankemeyer erläutert in diesem Workshop Grundlegendes und Geheimnisse der Kurzfilmproduktion. Die Veranstaltung richtet sich an jeden, der sich vor der Aufgabe sieht, selbst einen kurzen Spielfilm zu produzieren – da gehören Regisseure, die ihr Projekt selber produzieren wollen (bzw. müssen), ebenso dazu wie Produktioner, die in ihrer Ausbildung ja meist lernen, wie man millionenschwere internationale Koproduktionen konstruiert, um dann am Anfang ihrer eigenen produzentischen Laufbahn meist aber vor ganz anderen Herausforderungen zu stehen. Ihnen allen wird in diesem Crashkurs das nötige Wissen aus der Praxis vermittelt, um diese Hürden zu nehmen. Besondere Vorkenntnisse werden nicht verlangt – etwas Set-Erfahrung kann allerdings nicht schaden.
Ausgehend von den Fragen „Wie verschaffe ich mir einen Überblick, was mein Filmprojekt kosten wird?“, „Welche Ausgaben kann ich vermeiden?“ und „Wie funktionieren sogenannte Beistellungen und Rückstellungen?“ werden in einem ersten Teil formvollendete Kalkulationen und Finanzierungspläne erarbeitet. Das ist nicht nur wichtig, um selbst den Überblick zu behalten, sondern wird auch von vielen potentiellen Geldgebern verlangt. Um diese geht es im zweiten Teil: hier wird nicht nur erörtert, welche Förderung für welchen Film in Frage kommt und wie man günstige Voraussetzungen für eine Bewilligung schafft, sondern auch, welche weiteren Geldquellen von Fernsehredaktionen über Sponsoren bis hin zu privaten Geldgebern es sonst noch gibt.
Ein dritter und letzter Teil, in dem Fragen der Verwertung besprochen werden, schließt den Crashkurs ab: Wer kauft warum welche Kurzfilme? Was sind Exklusivität, Territorien, Laufzeiten und Medien? Welche Verträge muß der Filmemacher mit den Beteiligten geschlossen haben, um den Film verwerten zu können? Auch die Ankaufspraxis der Verleiher sowie finanzielle Unterstützung durch und für Festivalteilnahmen werden angesprochen. Dazu wird den Seminarteilnehmern umfangreiches Material zur Verfügung gestellt – bis hin zu Vorlagen für Verträge aus der Praxis der Münchner Filmwerkstatt. So gerüstet, steht der finanziell soliden Produktion nichts mehr im Wege.
Nach sieben Jahren beim ZDF und einem Doppeldiplomstudium bestehend aus Regie an der Filmhochschule der Universität Toulouse und Medienwirtschaft an der Fachhochschule Wiesbaden, abgeschlossen als Ingénieur-Maitre der Fachrichtung Regie, Diplom-Medienwirt (FH) sowie mit einer Maîtrise in Informations- und Kommunikationswissenschaften besuchte
Martin Blankemeyer 2003/04 die deutsch-französische Masterclass für junge europäische Produzenten/Atelier Ludwigsburg-Paris und absolvierte 2010 den renommierten europäischen Producers Workshop von EAVE (European Audiovisual Entrepreneurs). Als Vorstand der Münchner Filmwerkstatt wurde er u.a. für seine in diesem Rahmen entstandene deutsch-japanische Kinokoproduktion "Der Rote Punkt" mit dem Bayerischen Filmpreis als Bester Nachwuchsproduzent ausgezeichnet.
www.blankemeyer.de