Filmschnitt & Montage
7./8. Juli 2012, film.coop München
Warum macht ein Cutter dasselbe wie ein Autor? Wie kann er Emotionen und Erwartungen beim Zuschauer wecken und steuern? Wie montiert man Charaktere, Raum und Zeit so, daß wir lachen, weinen oder staunen? Das Seminar gibt Antworten auf diese Fragen und macht die Teilnehmer mit den Grundzügen und Feinheiten der filmischen Montage vertraut.
- Wie wird erzählerischer Antrieb – das Herz jeder Montagesequenz – erzeugt, variiert und gesteigert?
- Wie kann man mit drei Einstellungen drei verschiedene Geschichten erzählen?
- Wie geht man im Rohschnitt vor, um die Geschichte zu finden?
- Wie werden Achsen und Visual Storytelling im Schnitt benutzt?
- Warum können dialektische Montage und Continuity Editing, Nouvelle Vague und Hip-Hop-Montage heutezutage ohne weiteres nebeneinader bestehen?
- Wie wurde in Berlin vor 10 Jahren die Montage nocheinmal neu erfunden?
- Welche drei Formen des Tempos im Film gibt es und wann ist welches gefragt?
- Wie wird eine Story im Werbeclip erzählt und geschnitten?
- Welche Formen des Übergangs (Transition) gibt es und was bewirkt ein echter Match Cut?
- Wie werden traditionelle Montageformen (Parallelmontage, Crosscutting, Flashback Flashforward usw.) heute neu angewendet und gebrochen?
- Welche Variationsmöglichkeiten gibt es in der Montage von Dialog-, Tanz- und Actionszenen?
Das Seminar findet anhand zahlreicher aktueller Filmbeispiele aus verschiedenen Genres, grafischen Darstellungen und mit Übungen in Gruppenarbeit statt. Die gewonnenen Erkentnisse und Erfahrungen sind nicht nur für Cutter und solche, die es werden wollen, von Nutzen, sondern für jeden, der in einem der kreativen Departments der audiovisuellen Medien arbeitet.
Markus Bräutigam studierte bis zum ersten juristischen Staatsexamen an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und wechselte dann an die Hochschule für Fernsehen und Film. Seither arbeitet er als Regisseur und teilweise auch Drehbuchautor für das öffentlich-rechtliche wie private Fernsehen und sitzt im Vorstand des Bundesverbands Regie (BVR).
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