Serielles Erzählen

In den letzten Jahren hat sich die TV-Serie vom Makel seichter Unterhaltung befreit und gilt mittlerweile als Kunstform, die in der Tradition des epischen Romans steht. „Quality TV“ meint als geflügeltes Wort dabei nicht nur die neue(?) Demarkationslinie zwischen Trash und Kunst, sondern feiert vor allem in der Form fiktionaler Serien eine „Wiederkehr des Erzählens“. Dieses Phänomen ist Konsequenz einer ganzen Reihe von Faktoren, zu denen nicht zuletzt mediengeschichtliche und ökonomische gehören. Im Kern jedoch ist es die erzählte Geschichte, die Serien wie „Game of Thrones“, „Breaking Bad“, „Mad Men“ und „Die Sopranos“ zu etwas Besonderem machen.

Heiko Martens unternimmt mit den Teilnehmern einen Ausflug in die Geschichte seriellen Erzählens und beleuchtet die unterschiedlichen Formen dieser Geschichtenkultur. Daraufhin werden Erfolgsmuster herausstehender Serien anhand von Beispielen analysiert. Neben anderen Merkmalen soll hierbei vor allem ausgeführt werden, wie qualitativ hochwertiges, serielles Erzählen narrativ und dramaturgisch funktioniert und welche Bestandteile für Struktur und Aufbau, Genres und Spielarten notwendig sind.

Abschließend wird aufgetan, wie mithilfe von elaborierten Figuren stark emotional erzählt werden kann – und dass es trotz eines vermeintlich deutschen TV-Dilemmas möglich sein sollte, auch hierzulande starke serielle Formate zu entwickeln.

Das Seminar richtet sich an professionelle Medienschaffende jeglicher Richtung sowie an alle, die über das reine Fan-Sein hinaus ein tiefergehendes Verständnis für ihr serielles Objekt der Begierde erlangen wollen.
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