Horizontales Erzählen

Durch das Aufkommen von Netflix oder Amazon Instant haben sich in den letzten Jahren Serien entwickelt, die fernab vom Makel des seichten Zeitvertreibs auf höchstem Niveau unterhalten. Dank des Einsatzes engagierter Autoren und Showrunner erfreuen sie sich immenser Popularität und feiern eine „Wiederkehr des Erzählens“. Dieses Phänomen ist Konsequenz einer ganzen Reihe von Faktoren, zu denen nicht zuletzt mediengeschichtliche und ökonomische gehören. Im Kern jedoch ist es die erzählte Geschichte, die Serien wie „Game of Thrones“, „Breaking Bad“ oder „Fargo“ zu etwas Besonderem machen.
 
Wir unternehmen mit den Teilnehmern einen Ausflug in die Geschichte seriellen Erzählens und beleuchten die unterschiedlichen nationalen und internationalen Formen dieser Geschichtenkultur. Daraufhin werden Erfolgsmuster herausstechender Serien anhand von Beispielen analysiert. Neben anderen Merkmalen soll hierbei vor allem ausgeführt werden, wie qualitativ hochwertiges, serielles Erzählen narrativ und dramaturgisch funktioniert und welche Bestandteile für Struktur, Aufbau und nicht zuletzt Erfolg notwendig sind – angefangen von der originellen Idee bis hin zu neuartigen Verwertungsketten.

Bei einem Überblick über den Status Quo des deutschen Serienmarktes wird aufgezeigt, wie mit Hilfe von elaborierten Figuren stark emotional erzählt werden kann – und dass es auch hierzulande möglich ist, überzeugende serielle Formate zu entwickeln.
Dazu möchten wir auch die Entwicklung eigener Serien der Teilnehmer anstoßen und in einem Speedpitching in zwei bis drei Gruppen Serienpitches formulieren und diskutieren.

Das Seminar richtet sich an professionelle Medienschaffende jeglicher Richtung sowie an alle, die über das reine Fan-Sein hinaus ein tiefergehendes Verständnis für ihr serielles Objekt der Begierde erlangen wollen.
Tobias Stille
Tobias Stille absolvierte die Studiengänge Kommunikations- und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und das Post-Graduiertenstudium Drehbuch am American Film Institute in Los Angeles. Er ist als Creative Producer, u.a. für die UFA-Produktionen „Zappek“ und „Rosa Roth“, als Autor von Fernsehfilmen wie „Sehnsucht“ (2003) und Serien wie „Die Familienanwältin“ und „Der Kriminalist“ und als Regisseur für „Küstenwache“ und „Bettys Diagnose“ tätig.
www.tobiasstille.com


26. und 27. November 2016

Dozent(en): Tobias Stille
Teilnehmerbeitrag: 240,00 € (Bei Zahlungseingang bis zum 11.11.2016 ermäßigt auf 190,00 €)
Es sind noch reichlich Plätze vorhanden (>5).